Aufdach- vs. Unterdachmarkise: Der Unterschied erklärt

Schnellantwort: Der Hauptunterschied liegt in der Montageposition. Die Aufdachmarkise wird oberhalb der Verglasung angebracht und beschattet bereits vor dem Dach – das hält die Hitze effektiver draußen. Die Unterdachmarkise sitzt geschützt unter der Verglasung und ist dadurch besser vor Witterung geschützt, beschattet aber erst im Innenbereich.
Sie träumen von gemütlichen Stunden auf Ihrer Terrasse, doch wenn die Sonne gnadenlos vom Himmel brennt, wird es schnell unerträglich heiß? Eine Terrassenüberdachung allein reicht oft nicht aus, um angenehmen Schatten zu spenden. Hier kommen Markisen ins Spiel – doch welche ist die richtige für Sie?
Viele Menschen stehen vor der Frage: Soll ich mich für eine Aufdachmarkise oder eine Unterdachmarkise entscheiden? Beide Lösungen haben ihre Berechtigung, unterscheiden sich aber grundlegend in ihrer Funktionsweise und ihren Eigenschaften. In diesem Artikel erklären wir Ihnen verständlich, worin genau der Unterschied liegt und welche Variante für Ihre individuellen Bedürfnisse am besten geeignet ist.
Sie möchten direkt eine professionelle Beratung für Ihre Terrasse?
kostenlose Beratung vor Ort anfordern
Warum überhaupt eine Beschattung für Terrassendächer?
Eine Terrassenüberdachung schützt zwar vor Regen, doch bei intensiver Sonneneinstrahlung verwandelt sich der Bereich darunter schnell in ein Gewächshaus. Die Verglasung oder Kunststoffplatten lassen Sonnenstrahlen durch, die Wärme wird darunter gestaut – und schon wird es unangenehm heiß.

Wie Axel Krämer, Fachberater bei Fensterbau Gnan, betont: Eine Beschattung ist bei einer Terrassenüberdachung unverzichtbar, um auch bei Sonnenschein angenehm kühl zu sitzen. Ohne entsprechenden Sonnenschutz können Temperaturen unter dem Dach im Sommer schnell 10-15 Grad höher liegen als im Schatten.
Eine durchdachte Beschattungslösung sorgt nicht nur für angenehmere Temperaturen, sondern schützt auch Ihre Gartenmöbel vor dem Ausbleichen durch UV-Strahlung. Zudem ermöglicht sie Ihnen, Ihre Terrasse auch in den heißesten Sommermonaten in vollen Zügen zu genießen. Das Verbraucherportal Stiftung Warentest empfiehlt beim Sonnenschutz-Kauf auf gute Materialqualität und UV-Schutzfaktor zu achten.
Der Unterschied zwischen Aufdach- und Unterdachmarkise
Der zentrale Unterschied zwischen Aufdach- und Unterdachmarkise liegt in der Position der Montage – und diese scheinbar kleine Differenz hat erhebliche Auswirkungen auf die Funktionsweise.
Aufdachmarkise: Beschattung von oben
Die Aufdachmarkise wird oberhalb der Terrassenüberdachung montiert. Das Markisentuch liegt also direkt auf dem Glas oder der Kunststoffeindeckung auf und beschattet das gesamte Dach von außen.
Funktionsweise: Die Sonnenstrahlen werden bereits abgefangen, bevor sie die Verglasung erreichen. Dadurch heizt sich die Luft unter dem Dach deutlich weniger auf – die Hitze bleibt draußen.
Vorteile der Aufdachmarkise:
- Effektivste Hitzereduzierung: Laut Axel Krämer bleibt es unter dem Dach deutlich kühler, da die Beschattung bereits oberhalb der Verglasung erfolgt
- Bessere Temperaturkontrolle an heißen Sommertagen
- Größere Schattenprojektion möglich
- Optisch oft unauffälliger, da von unten kaum sichtbar
Nachteile der Aufdachmarkise:
- Stärkere Witterungseinflüsse (Regen, Wind, Schmutz)
- Wie Axel Krämer empfiehlt, ist ein Wind- und Regensensor dringend anzuraten
- Höherer Wartungsaufwand durch Verschmutzung
- Installation etwas aufwendiger
Unterdachmarkise: Beschattung von innen
Die Unterdachmarkise wird unterhalb der Verglasung an der Unterkonstruktion der Terrassenüberdachung befestigt. Das Markisentuch befindet sich also im Innenbereich, geschützt durch das Dach darüber.
Funktionsweise: Die Sonnenstrahlen durchdringen zunächst die Verglasung und werden erst dann vom Markisentuch abgehalten. Ein Teil der Wärme ist bereits unter das Dach gelangt.
Vorteile der Unterdachmarkise:
- Optimaler Schutz vor Witterung: Das Tuch liegt geschützt unter der Verglasung
- Deutlich geringere Verschmutzung durch Umwelteinflüsse
- Geschützt gegen Wind und Regen – kann auch bei leichtem Regen ausgefahren bleiben
- Geringerer Wartungsaufwand
- Einfachere Installation und Nachrüstung
- Längere Lebensdauer des Tuchs
Nachteile der Unterdachmarkise:
- Weniger effektive Hitzereduzierung (Wärme bereits im Innenraum)
- Kann bei starker Sonneneinstrahlung dennoch warm werden
- Optisch von unten sichtbar (kann aber auch gestalterisches Element sein)
Welche Markise passt zu welchen Bedürfnissen?
Die Entscheidung zwischen Aufdach- und Unterdachmarkise hängt von verschiedenen Faktoren ab. Hier eine Orientierungshilfe:
Wählen Sie eine Aufdachmarkise, wenn:
- Sie in einer sehr sonnenreichen Region wohnen
- Maximale Kühlung unter dem Terrassendach Priorität hat
- Sie bereit sind, in regelmäßige Wartung zu investieren
- Das Terrassendach noch in der Planungsphase ist
- Sie eine automatische Steuerung mit Sensoren installieren möchten
Wählen Sie eine Unterdachmarkise, wenn:
- Ihnen geringer Wartungsaufwand wichtig ist
- Sie die Markise auch bei wechselhaftem Wetter nutzen möchten
- Sie eine bestehende Überdachung unkompliziert nachrüsten wollen
- Wind und Regen in Ihrer Region häufiger auftreten
- Sie eine langlebige, pflegeleichte Lösung bevorzugen
Das etablierte Bauportal Bauen.de bietet umfassende Planungshilfen für verschiedene Terrassenüberdachungssysteme und deren Beschattungslösungen.
Technische Aspekte und Normen
Bei der Installation von Markisen sollten Sie auf die Einhaltung technischer Standards achten. Das Deutsche Institut für Normung stellt relevante Normen für Sonnenschutzanlagen bereit, die Sicherheit und Qualität gewährleisten.
"Eine Beschattung ist bei einer Terrassenüberdachung unverzichtbar, um auch bei Sonnenschein angenehm kühl unter seiner Terrassenüberdachung zu sitzen. Beide Markisenarten haben Ihre Berechtigung. Die Unterdachmarkise hat den Vorteil, dass sie geschützt unter der Verglasung liegt. Die Aufdachmarkise hat den Vorteil, dass sie bereits oberhalb der Verglasung beschattet und es unter dem Dach kühler bleibt."
— Axel Krämer, Fachberater Fensterbau Gnan
Wichtige Kriterien beim Kauf:
| Kriterium | Aufdachmarkise | Unterdachmarkise |
|---|---|---|
| Hitzeschutz | Sehr gut (90-95%) | Gut (75-85%) |
| Witterungsbeständigkeit | Mittel (benötigt Sensoren) | Sehr gut |
| Wartungsaufwand | Höher | Geringer |
| Lebensdauer Tuch | 8-12 Jahre | 12-15 Jahre |
| Installation | Aufwendiger | Einfacher |
| Kosten | Mittel bis hoch | Mittel |

Weitere praktische Informationen zu Planungs- und Montageaspekten finden Sie beim Hausbau-Ratgeber für Terrasse und Balkon, der praxisnahe Tipps für Heimwerker und Bauherren bereithält.
Kosten und Investition
Die Kosten für beide Markisenarten liegen in ähnlichen Bereichen, können aber je nach Größe, Material und Automatisierungsgrad variieren.
Langfristig können Unterdachmarkisen durch geringere Wartungskosten und längere Lebensdauer des Tuchs wirtschaftlicher sein. Aufdachmarkisen punkten jedoch durch die höhere Energieeffizienz bei der Hitzereduzierung.
Lassen Sie sich jetzt individuell beraten – unsere Experten finden die perfekte Lösung für Ihre Terrasse:
kostenlose Beratung vor Ort anfordern
Weiterführende Quellen
Für detailliertere Informationen zu Sonnenschutz und Terrassenüberdachungen empfehlen wir folgende Quellen:
- Stiftung Warentest: Sonnenschutz-Ratgeber – Unabhängige Tests und Kaufberatungen
- Deutsches Institut für Normung: Normen-Suche – Technische Standards für Sonnenschutzanlagen
- Bauen.de: Ratgeber Terrassendach – Planungshilfen und Systemvergleiche
- Hausbau-Ratgeber: Terrasse und Balkon – Praxistipps zu Montage und Planung
Fazit: Die richtige Wahl für Ihre Terrasse
Der Unterschied zwischen Aufdach- und Unterdachmarkise ist bedeutsam und sollte bei Ihrer Entscheidung sorgfältig abgewogen werden. Beide Systeme haben ihre spezifischen Stärken:
Die Aufdachmarkise ist die erste Wahl für maximalen Hitzeschutz und eignet sich besonders für sehr sonnige Standorte, erfordert aber mehr Wartung und idealerweise eine automatische Steuerung.
Die Unterdachmarkise überzeugt durch Pflegeleichtigkeit, Wetterbeständigkeit und einfache Nachrüstung – perfekt für alle, die eine unkomplizierte, langlebige Lösung suchen.
Welche Variante letztendlich besser zu Ihnen passt, hängt von Ihren individuellen Prioritäten ab: Steht maximale Kühlleistung im Vordergrund oder legen Sie Wert auf geringen Pflegeaufwand? Wie sind die klimatischen Bedingungen an Ihrem Standort?
Eine fachkundige Beratung vor Ort kann Ihnen helfen, alle Faktoren zu berücksichtigen und die optimale Lösung für Ihre Terrassenüberdachung zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich eine Aufdachmarkise nachträglich an meine bestehende Terrassenüberdachung anbringen?
Ja, grundsätzlich ist das möglich, allerdings ist die Nachrüstung einer Aufdachmarkise aufwendiger als bei einer Unterdachmarkise. Die Dachkonstruktion muss die zusätzliche Last tragen können, und die Montage erfordert oft Arbeiten an der Dachabdichtung. Eine statische Prüfung durch einen Fachmann ist empfehlenswert.
Brauche ich bei einer Unterdachmarkise auch einen Wind- und Regensensor?
Nein, bei einer Unterdachmarkise ist ein Sensor nicht zwingend erforderlich, da das Tuch bereits durch die Überdachung geschützt ist. Sie können die Markise auch bei leichtem Regen ausgefahren lassen. Ein Sonnensensor kann dennoch praktisch sein für automatische Bedienung.
Welche Markisenart hält länger?
Unterdachmarkisen haben in der Regel eine längere Lebensdauer, da das Markisentuch geschützt vor Witterungseinflüssen liegt. Das Tuch einer Unterdachmarkise kann 12-15 Jahre halten, während bei Aufdachmarkisen durch Umwelteinflüsse eher mit 8-12 Jahren zu rechnen ist.
Wie groß ist der Temperaturunterschied zwischen den beiden Markisenarten?
Aufdachmarkisen können die Temperatur unter dem Terrassendach um 8-12 Grad Celsius reduzieren, da sie die Sonnenstrahlen bereits vor der Verglasung abfangen. Unterdachmarkisen erreichen eine Temperaturreduktion von etwa 5-8 Grad Celsius. Der Unterschied ist besonders an sehr heißen Tagen spürbar.
Kann ich beide Markisenarten auch elektrisch bedienen?
Ja, sowohl Aufdach- als auch Unterdachmarkisen sind mit elektrischem Antrieb erhältlich. Moderne Systeme lassen sich sogar per Smartphone-App, Zeitsteuerung oder über Smart-Home-Systeme bedienen. Bei Aufdachmarkisen ist die Kombination mit Wind- und Regensensoren besonders sinnvoll für automatischen Schutz.