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Verglasung Altbau: Zweifach oder Dreifach empfehlenswert?

Verglasung Altbau: Zweifach oder Dreifach empfehlenswert?

Das Wichtigste auf einen Blick

TL;DR: Für die meisten Altbauten ist eine Dreifachverglasung empfehlenswert, da sie die doppelte Dämmleistung bietet und staatlich gefördert wird. Wichtig ist jedoch, dass auch die restliche Gebäudehülle berücksichtigt wird, um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden. Eine fachmännische Beratung ist bei Altbauten unverzichtbar.

Wenn Sie in einem Altbau wohnen und über neue Fenster nachdenken, stehen Sie vor einer wichtigen Entscheidung: Soll es die bewährte Zweifachverglasung sein oder doch lieber die moderne Dreifachverglasung? Diese Frage beschäftigt viele Hausbesitzer, denn die Wahl der richtigen Verglasung hat großen Einfluss auf Ihre Heizkosten, den Wohnkomfort und nicht zuletzt auf Ihr Budget.

Die gute Nachricht: Es gibt keine pauschale "falsche" Entscheidung. Welche Verglasung für Ihren Altbau empfehlenswert ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab – und genau diese schauen wir uns jetzt gemeinsam an.

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Was unterscheidet Zweifach- von Dreifachverglasung?

Bevor wir zur Empfehlung kommen, ein kurzer Blick auf die technischen Unterschiede – ganz ohne Fachjargon:

Zweifachverglasung besteht aus zwei Glasscheiben mit einem Zwischenraum, der mit einem speziellen Gas (meist Argon) gefüllt ist. Diese Bauweise dämmt bereits deutlich besser als die alten Einfachfenster.

Dreifachverglasung fügt eine dritte Glasscheibe hinzu und schafft damit zwei isolierende Zwischenräume. Das Ergebnis: noch bessere Dämmwerte.

Der Bundesverband Flachglas stellt umfangreiche technische Informationen zu beiden Verglasungsarten bereit, die für Fachbetriebe und interessierte Bauherren gleichermaßen wertvoll sind.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick

EigenschaftZweifachverglasungDreifachverglasung
U-Wert (Wärmedurchgang)1,1 - 1,3 W/(m²K)0,5 - 0,7 W/(m²K)
GewichtLeichterSchwerer (ca. 15-20 kg/m² mehr)
LichtdurchlassHöher (ca. 80%)Etwas geringer (ca. 70-75%)
AnschaffungskostenGünstiger10-15% teurer
DämmleistungGutSehr gut (etwa doppelt so gut)
Infografik zum Vergleich der Energieeinsparung durch Zweifach- versus Dreifachverglasung über 20 Jahre

Warum Dreifachverglasung im Altbau oft die bessere Wahl ist

Wie Gnan Bernhard, Geschäftsführer von Fensterbau Gnan, betont: Energiesparen und Wärmedämmung sind essentiell bei einer Immobilie, und Dreifachverglasungen haben eine rund doppelt so gute Dämmleistung. Das klingt zunächst nach einem teuren Upgrade – aber schauen wir genauer hin:

Geringere Mehrkosten als gedacht

Viele Hausbesitzer schrecken vor Dreifachverglasung zurück, weil sie hohe Mehrkosten befürchten. Tatsächlich liegen die Mehrkosten aber nur im Bereich von 10 bis 15 Prozent. Laut Gnan Bernhard sind diese Mehrkosten nur gering höher, sodass sich der Mehrpreis schon nach wenigen Jahren amortisiert.

Staatliche Förderung macht den Unterschied

Hier wird es besonders interessant: Fenster mit Dreifachverglasung werden staatlich gefördert. Die KfW bietet attraktive Förderprogramme für energetische Sanierungen, die auch den Fenstertausch einschließen. Dadurch können Dreifachfenster für Sie am Ende sogar günstiger sein als Zweifachfenster ohne Förderung – und dabei sind sie gleichzeitig deutlich besser in der Dämmleistung.

Konkrete Vorteile im Alltag

Abseits von Zahlen und Förderungen merken Sie die Vorteile einer Dreifachverglasung täglich:

  • Deutlich niedrigere Heizkosten: Durch die bessere Dämmung bleibt die Wärme im Winter drinnen.
  • Angenehmeres Raumklima: Die Fenster fühlen sich auch im Winter wärmer an, es gibt weniger Kaltluftzonen.
  • Besserer Schallschutz: Die dritte Scheibe dämpft Außengeräusche zusätzlich.
  • Höherer Wiederverkaufswert: Eine moderne Dämmung steigert den Wert Ihrer Immobilie.

Das müssen Sie im Altbau unbedingt beachten

Jetzt kommt der wichtige Teil: Dreifachverglasung ist nicht automatisch für jeden Altbau die richtige Lösung. Es gibt wichtige Punkte, die Sie berücksichtigen müssen.

"Allerdings muss man beim Einsatz von Dreifachverglasung im Altbau immer auch im Hinterkopf behalten, dass auch die übrigen Gegebenheiten berücksichtigt werden müssen, um spätere Bauschäden durch z.B. Feuchtigkeit zu vermeiden. Eine fachmännische Beratung durch den Fachbetrieb oder einen Energieberater ist hier in jedem Fall immer ratsam."

— Gnan Bernhard, Geschäftsführer Fensterbau Gnan

Das Feuchtigkeitsproblem verstehen

Wenn Sie in einem Altbau nur die Fenster austauschen, ohne die restliche Gebäudehülle zu betrachten, kann es zu einem Problem kommen: Die neuen, dichten Fenster lassen kaum noch Luft durch. Das ist aber unabhängig davon, ob man zweifach- oder dreifachverglaste Fenster einsetzt. Die Feuchtigkeit, die früher durch undichte Fenster entwich, sucht sich nun andere Wege – oft durch die Wände oder sie kondensiert an kalten Wandfächen. Das kann zu Schimmelbildung und Bauschäden führen.

Diese Faktoren sollten gleichzeitig geprüft werden

  1. Zustand der Außenwände: Sind diese gedämmt? Wie ist der allgemeine Zustand?
  2. Lüftungsverhalten: Müssen Sie Ihr Lüftungsverhalten anpassen oder sogar eine Lüftungsanlage einbauen?
  3. Heizungssystem: Passt Ihre Heizung zu den besseren Dämmwerten?
  4. Denkmalschutz: Bei denkmalgeschützten Gebäuden gibt es oft besondere Auflagen.
  5. Statik: Können die alten Rahmen das höhere Gewicht der Dreifachverglasung tragen?

Auf Energiesparhaus.at finden Sie detaillierte Vergleiche verschiedener Fensterverglasungen, die speziell für den DACH-Raum aufbereitet sind.

Wann ist Zweifachverglasung die bessere Wahl?

Es gibt durchaus Situationen, in denen Zweifachverglasung im Altbau die sinnvollere Entscheidung ist:

  • Denkmalschutz: Wenn schlanke Profile vorgeschrieben sind oder die Optik erhalten bleiben muss.
  • Ungedämmte Fassade: Wenn vorerst keine Gesamtsanierung geplant ist, kann Zweifachverglasung als Zwischenschritt sinnvoll sein.
  • Knapper Budgetrahmen: Wenn keine Förderung beantragt werden kann und das Budget eng ist.

Das Deutsche Institut für Bautechnik bietet technische Baubestimmungen und Zulassungen, die bei solchen Entscheidungen hilfreich sein können.

Die richtige Entscheidung für Ihren Altbau treffen

Wie finden Sie nun heraus, welche Verglasung für Ihren Altbau empfehlenswert ist? Hier eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Schritt 1: Ist-Zustand analysieren

Lassen Sie von einem Fachbetrieb oder Energieberater den aktuellen Zustand Ihres Gebäudes bewerten. Dazu gehören:

  • Zustand der Außenwände und Dämmung
  • Luftdichtheit des Gebäudes
  • Alter und Zustand der Fensterrahmen
  • Allgemeiner energetischer Zustand

Schritt 2: Fördermöglichkeiten prüfen

Informieren Sie sich über aktuelle Förderprogramme. Die KfW und regionale Programme bieten oft attraktive Zuschüsse, die Dreifachverglasung deutlich günstiger machen.

Schritt 3: Gesamtkonzept entwickeln

Planen Sie nicht nur die Fenster isoliert, sondern überlegen Sie:

  • Ist eine Fassadendämmung in den nächsten Jahren geplant?
  • Sollten Sie über eine Lüftungsanlage nachdenken?
  • Muss die Heizung ohnehin modernisiert werden?

Schritt 4: Angebote vergleichen

Holen Sie mehrere Angebote ein, die sowohl Zweifach- als auch Dreifachverglasung umfassen. Unabhängige Tests, wie sie die Stiftung Warentest durchführt, können bei der Bewertung verschiedener Fenster und Verglasungen hilfreich sein.

Schritt 5: Langfristig denken

Berechnen Sie nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch:

  • Erwartete Energieeinsparungen über 20-30 Jahre
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • Erhaltungs- und Pflegeaufwand

Unser Fazit: Was ist im Altbau empfehlenswert?

Für die meisten Altbauten ist eine Dreifachverglasung die empfehlenswerte Wahl, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Die etwa doppelt so gute Dämmleistung, die staatliche Förderung und die relativ geringen Mehrkosten sprechen eine klare Sprache.

Entscheidend ist jedoch: Lassen Sie sich fachlich beraten und betrachten Sie Ihr Gebäude als Ganzes. Eine isolierte Fenster-Modernisierung ohne Berücksichtigung der übrigen Gebäudehülle kann mehr schaden als nutzen.

Eine Zweifachverglasung kann in Sonderfällen (Denkmalschutz, statische Einschränkungen, Zwischenschritt bei geplanter Gesamtsanierung) die bessere Wahl sein – aber auch das sollte durch einen Experten geprüft werden.

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Weiterführende Quellen

Häufig gestellte Fragen

Kann ich im Altbau problemlos auf Dreifachverglasung umsteigen?

Meistens ja, aber nicht immer. Es kommt auf die Statik der vorhandenen Rahmen, den Zustand der Gebäudehülle und eventuelle Denkmalschutz-Auflagen an. Eine fachliche Prüfung ist unverzichtbar, um spätere Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden.

Wie hoch sind die Mehrkosten für Dreifachverglasung wirklich?

Die reinen Mehrkosten liegen bei etwa 10 bis 15 Prozent gegenüber Zweifachverglasung. Durch staatliche Förderungen können Dreifachfenster am Ende sogar günstiger sein als ungeförderte Zweifachfenster.

Lohnt sich Dreifachverglasung auch bei nur teilweiser Sanierung?

Das hängt von Ihrem Gesamtkonzept ab. Wenn Sie in den nächsten Jahren ohnehin weitere Sanierungsmaßnahmen planen, ist Dreifachverglasung sinnvoll. Bei komplett ungedämmten Fassaden sollten Sie aber das Feuchtigkeitsrisiko mit einem Experten besprechen.

Wird es mit Dreifachverglasung in meinen Räumen dunkler?

Der Lichtdurchlass ist bei Dreifachverglasung etwa 5 bis 10 Prozent geringer als bei Zweifachverglasung. In der Praxis ist dieser Unterschied für die meisten Menschen kaum wahrnehmbar. Wenn Sie besonders lichtdurchflutete Räume haben möchten, sprechen Sie mit Ihrem Fensterbauer über spezielle Gläser mit optimiertem Lichtdurchlass.

Muss ich nach dem Einbau anders lüften?

Ja, moderne dichte Fenster erfordern ein bewussteres Lüftungsverhalten. Stoßlüften mehrmals täglich ist wichtig, um Feuchtigkeit abzuführen. Bei sehr dichten Gebäuden kann auch eine kontrollierte Wohnraumlüftung sinnvoll sein. Ihr Fensterbauer oder Energieberater berät Sie dazu.